Unser Geld, Prof. Dr. Hans-J. Stadermann, Berlin
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Vom Goldstandard zum Wertpapierstandard

Forderungen auf Realvermögen, wie sie durch Schuldverträge mit den Eigentümern von Realvermögenswerten, zum Beispiel in Form einer Hypothek, die auf einem Grundstück lastet, entstehen, sind Nominalvermögenswerte und als solche in ihrem Nennwert fix. Dementsprechend ist die Streichung einer Hypothek im Grundbuch abschließend nur durch Verrechnung oder Zahlung ihres Nominalwertes erreichbar. Ein Nominalvermögenswert kann aber während seines Bestandes auch abweichend davon bewertet und gehandelt werden.

Diese Instabilität kann aber eine Notenbank mit ihrer Refinanzierungspolitik auszugleichen versuchen, indem sie ihre Refinanzierungssätze so verändert, dass unter pari fallende Kurse mit steigenden, und entsprechend über pari steigende Kurse mit fallenden Zinsen von ihr beantwortet werden. Um nicht jeden Nominalvermögenswert im Kurs stabilisieren zu müssen, sind in der Geldwirtschaft nur bestimmte Nominalvermögenswerte bei Notenbanken zu ihrem Marktwert refinanzierbar, also in Geld wandelbar.

Goldstandard, Münze, Euro Goldstandard: Mark vor 1914

 

So etwa haben Zentralbanken über die letzten Jahrhunderte „gute Handelswechsel“ unter bestimmten Umständen rediskontiert. Auf dem Bankplatz zahlbare Wechsel, die im Kreditverkehr unter als zahlungsfähig bekannten Kaufleuten entstanden und mindestens zweifach diskontiert worden waren, also drei „Unterschriften“ (Gesamthaftungserklärungen) von als zahlungsfähig bekannten Kaufleuten auf ihrer Rückseite trugen und eine Restlaufzeit von höchstens drei Monaten hatten, wurden dabei von den Zentralbank zum Inkasso endgültig zu ihrem Pariwert angekauft.

 

Wertpapierstandard, Euro, Berlin Das Ende des Goldstandards

So etwa haben Zentralbanken über die letzten Jahrhunderte „gute Handelswechsel“ unter bestimmten Umständen redis- kontiert. Auf dem Bankplatz zahlbare Wechsel, die im Kreditverkehr unter als zahlungsfähig bekannten Kaufleuten entstanden und mindestens zweifach diskontiert worden waren, also drei „Unterschriften“ von als zahlungsfähig bekannten Kaufleuten auf ihrer Rückseite trugen und eine Restlaufzeit von höchstens drei Monaten hatten, wurden dabei von den Zentralbank zum Inkasso endgültig zu ihrem Pariwert angekauft.



Der Verkäufer erhielt Bankguthaben oder Banknoten, die deren zirkulierende Menge des Geldes erhöhten, wenn sie in Kredit- oder Handelsgeschäften eingesetzt wurden. Die Notenbank entzog sie dieser Zirkulation bei Fälligkeit der Wechsel durch deren Präsentation und Kassierung bei dem Bezogenen. Geld in Form von Banknoten wurde also für eine kurze Frist revolvierend in gleichbleibender, steigender oder sinkender Menge geschaffen und wieder vernichtet. Der gute Handelswechsel war in diesem Fall die Währungsgrundlage. Heutige Zentralbanken haben mehrere und durchaus unterschiedliche, von ihnen bestimmte und auf einer Liste veröffentlichte Nominalvermögenswerte als Währungsgrundlage. Am Ziel der Aktion hat sich dadurch nichts geändert.

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